Termingeschäfte

Ein positives Urteil für Kapitalanleger hat der Bundesfinanzhof kürzlich gefällt (Aktenzeichen: IX R 50/09).

Handelt ein Anleger mit Optionen oder geht anderen Termingeschäften nach, so ist ein Gewinn steuerpflichtig, während Verluste aus Termingeschäften mit anderen Einkünften aus Kapitalvermögen verrechnet werden können.

Optionsgeschäfte funktionieren wie folgt: Ein Anleger erwirbt an der Börse das Recht (Option) ein bestimmtes Wertpapier innerhalb einer bestimmten Frist zu einem vereinbarten Preis zu erwerben (Kaufoption). Für dieses Recht bezahlt er einen Preis, die Optionsprämie. Steigt die Aktie im Wert, steigt auch der Wert der Option. Der Anleger kann die Option nun mit Gewinn veräußern oder er erhält am Ende der Laufzeit einen Ausgleich in Höhe des Wertes der Option (Differenzausgleich); fällt die Aktie, fällt auch der Wert der Option. Schließlich kann die Option am Ende ihrer Laufzeit auch wertlos sein und verfällt dann.

Die Finanzverwaltung hat nun Verlust aus solchen Optionsgeschäften nur dann zur Verrechnung zugelassen, wenn die Verluste infolge eines Verkaufs der Optionen entstanden sind. In den Fällen, in denen Optionen wertlos verfallen sind, wurden die Verluste nicht anerkannt, da kein Veräußerungsgeschäft getätigt wurde und kein Differenzausgleich erfolgte. Hier bezog sich die Finanzverwaltung ausdrücklich auf den Wortlaut des Gesetzes.

Der Bundesfinanzhof hat nunmehr entschieden, dass auch dann, wenn solche Optionen wertlos verfallen sollen, eine Beendigung des Geschäfts mit einem Differenzausgleich in Höhe von 0,00 € vorliegt. Damit sind die Voraussetzungen gegeben, um solche negativen Geschäfte mit positiven Anlageergebnissen zu verrechnen.

Leider ist das Urteil noch nicht veröffentlicht und wird daher von der Finanzverwaltung noch nicht angewandt. Leser, die von dieser Rechtsprechung profitieren, sollten ihre Steuerbescheide aber offen halten.